Verglichen mit Europa sind Getränke jeglicher Form in Japan durchweg günstiger. Zu Mahlzeiten wird Euch kostenlos Wasser oder heißer Tee gereicht. Unterwegs trefft Ihr alle fünf Meter auf einen (oder mehrere) Getränke-Automaten, welche Euch mit Softdrinks, Kaffee-Mixturen, Tee… und einigen wirklich widerlichen Eigenkreationen überraschen können („Mmmh,… schmeckt wie Seife! Lecker!”).

Es wäre untertrieben zu sagen, dass in Japan an jeder Ecke ein Getränkeautomat steht. Tatsächlich findet Ihr meist alle fünf Meter einen neuen Spender wertvoller (und weniger wertvoller) Flüssigkeiten. Jidô-Hanbaiki 自動販売機 ist der japanische Ausdruck für die Automaten.

Dabei ist es fast egal, wo Ihr Euch gerade in Japan aufhaltet, ob auf Tempel-Anlagen, im Vergnügungspark, an Bahnsteigen, auf Schulhöfen und auch in Supermärkten, sie sind einfach überall und aus der japanischen Kultur kaum mehr wegzudenken. Die Auswahl ist vielfältig und unterteilt in warme und kalte Getränke. Die Farbe „Blau” steht hierbei für kalte Getränke, „Rot” für warme.

Doch welche Getränke kann man dort nun tatsächlich kaufen… und schmecken diese dem gewöhnlichen, europäischen Gaumen?

Generell dominieren stille Wasser und Tee-Getränke den japanischen Markt. Hier kurz eine Übersicht über die wohl wichtigsten Softdrinks, welche Ihr Euch an Getränke-Automaten ziehen könnt:

1.) Grün: Neben beinahe abgelaufenen Fruchtsaftgetränken und frisch aus dem Labor entlassenen Waldmeister-Getränken, steht die Farbe Grün in der japanischen Getränke-Hierarchie ganz weit oben für grünen Tee in diversen Geschmacksvariationen. Teilweise ist dieser sogar weiter verbreitet, als Wasser – gewöhnt Euch besser früh an den Geschmack im kalten und warmen Zustand. Es ist beinahe unmöglich in Japan keinen grünen Tee zu trinken.

Ein weiteres „Grün” findet sich in diversen „Melon-Soda” Getränken – teilweise sogar als Fanta-Marke, oder alternativ zusammen mit Vanille-Eis in Restaurants. Schmeckt lecker und erfrischend… obwohl es grün ist.

2.) Rot, Orange, Gelb: C.C.Lemon als saurer Vitamin C – Schock. Ansonten Fanta und diverse Limonaden. Gerne auch in exquisiten Geschmacksrichtungen in den nachfolgenden Farben:

3.) Lila, Grell Rosa, Hell Rosa: Ihr habt Lust auf Experimente? Dann versucht Euch doch mal an Trauben-Fanta. Oder einem Pflaumen-Slushi. Der Pflaumen-Geschmack ist für Europäer zuerst sehr gewöhnungsbedürftig und wird nicht selten mit einem angewiderten „Uaaargh!“ kommentiert.

4.) Klar und milchig weiß: Entweder Wasser oder Zitronenlimonade. Übrigens ist es immer wieder spannend zu verfolgen, wie sich die Werbe-Slogans der Firmen von denen hierzulande unterscheiden. Sprite zum Beispiel machte bei unserem Besuch Werbung mit „Sexier than water”.

Wer das nicht so sieht, der greift zu einer gigantischen Auswahl an stillen Wassern. Kohlensäure ist in Japan eher spärlich vorhanden. Vorsicht bei milchig-weißen Getränken: Hierbei handelt es sich um Calpis- und Dakara Getränken. Diese schmecken ein wenig nach Yoghurt und basieren im wesentlichen auf Wasser und Milchsäure. Definitiv kein Geschmack für jedermann.

5.) Schwarz: Bei schwarzen Getränken an erster Stelle: Kaffee. Die Dosen werden meist heiß aus dem Automaten entnommen, geben einem verwöhnten Kaffee-Kenner aber nur einen wässrigen Bruchteil dessen, was dieser sich gewünscht hätte. Cafés im europäischen Stil sind für Kaffee-Trinker daher das Nonplus-Ultra.

Habt also keine Angst, wenn Ihr Euch in Japan dem ersten Getränke-Automaten nähert – seid nur vorsichtig, denn nicht alles schmeckt so, wie es aussieht!